U3-Ultraschalluntersuchung (Säuglingshüfte)

Auch das im Rahmen der U3-Vorsorgeuntersuchung eingeführte Hüftgelenksscreening von Neugeborenen kann in unserer Praxis durchgeführt werden. Die folgenden Ausführungen geben Ihnen einen kurzen Überblick darüber, warum dieses Hüftdysplasie-Screening so wichtig und sinnvoll ist.

Die Hüftgelenke eines Neugeborenen sollten spätestens im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung U3 in der 4. bis 5. Lebenswoche mit Ultraschall untersucht werden. Das Ertasten einer Hüftreifungsstörung ist nicht möglich. Fehlstellungen der Beine, eine eingeschränkte (gehemmte) Abspreizung der Beine oder Veränderungen an den Füßen können Hinweise auf eine Erkrankung der Hüfte sein. Hat der Hüftkopf die Gelenkpfanne fast oder ganz verlassen (Luxation), kann dies im Rahmen der Untersuchung durch spezielle Tests auffallen. Diese sind jedoch unsicher, so dass eine Ultraschalluntersuchung das sicherste Verfahren zur Feststellung einer Luxation und das beste Verfahren zur Feststellung einer Reifungsstörung der Hüftpfanne ist.

Um die natürliche Wachstumspotenz des Hüftgelenks im Falle einer Therapie nutzen zu können, ist in Risikofällen eine Untersuchung zu einem noch früheren Zeitpunkt kurz nach der Geburt wichtig. Im Normalfall kann sie im Rahmen der U 3 in der 4.-5. Lebenswoche durchgeführt werden. Zur Vermeidung von gesundheitlichen Schäden sollte diese Untersuchung für alle Kinder in Anspruch genommen werden.

Die Ultraschalluntersuchung der Hüftgelenke sollte bei jedem Kind im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung U3 zwischen der 4. und der 5. Woche durchgeführt werden. In Risikofällen erfolgt die Untersuchung kurz nach der Geburt. Als Risikofaktoren gelten u.a. eine bekannte Hüftreifungsstörung in der Familie des Kindes, eine Beckenendlage, ein Fruchtwassermangel oder Fehlbildungen der Füße.

Das Hüftdysplasie-Screening wird seit 1996 in Deutschland durchgeführt und konnte die Zahl der früher notwendigen Operationen um 80% reduzieren.

Ultraschall U3 Hüftscreening
Der Säugling wird in eine spezielle Lagerungsschale gelegt, damit er stabil und bequem auf der Seite liegen kann. Der Ultraschallkopf wird in exakt senkrechter Position gehalten und die Untersuchung wird am Bildschirm betrachtet. Zur Führung des Schallkopfes kann eine mechanische Schallkopfführung verwendet werden, die hier nicht abgebildet ist.

Die Anwendung der Ultraschalluntersuchung erfolgt nach streng standardisierten Richtlinien. Das Neugeborene wird durch den Ultraschall in keiner Weise belastet.

Erst diese Untersuchungstechnik hat es ermöglicht, Hüftreifungsstörungen früh zu erkennen, früh zu behandeln und damit späteren Schäden des Hüftgelenks vorzubeugen. Daher ist sie unentbehrlich.

Die Untersuchung wird in unserer Praxis auch zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen erbracht.

Alle hier verwendeten Abbildungen und Teile der Inhalte stammen aus dem Buch Orthopädie für Patienten von Dr. Christoph Klein, das im Verlag Michels-Klein erschienen ist.
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